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Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei
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Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) war eine in der Weimarer Republik gegrßndete politische Partei, deren Programm und Ideologie (der Nationalsozialismus) von radikalem Antisemitismus und Nationalismus sowie der Ablehnung von Demokratie und Marxismus bestimmt war. Sie war als straffe Fßhrerpartei organisiert. Ihr Parteivorsitzender war ab 1921 der spätere Reichskanzler Adolf Hitler, unter dem sie das sogenannte Dritte Reich von 1933 bis 1945 als einzige zugelassene Partei beherrschte.
Sie wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs durch die Kontrollratsproklamation Nr. 2 vom 20. September 1945 fĂźr vĂśllig aufgelĂśst und illegal erklärt sowie durch das alliierte Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom 10. Oktober 1945 mit allen ihren Untergliederungen abgeschafft, als verbrecherische Organisation eingestuft und damit verboten. Ihr VermĂśgen wurde, wie schon 1923, beschlagnahmt und eingezogen. Das bedeutete in der sowjetischen Besatzungszone â der späteren DDR â das bis zur Deutschen Wiedervereinigung geltende Verbot, ihre Symbole zu besitzen oder zu zeigen, gleich aus welchem Grund.
Seit der Grßndung der Bundesrepublik Deutschland 1949 ist dort jede Werbung fßr sie durch Schriften, Worte oder Kennzeichen verboten, wobei deren privater Besitz nicht eingeschränkt wurde.
Eine der Bundesrepublik gleichartige Regelung war mit dem Verbotsgesetz in Ăsterreich vier Jahre zuvor, 1945, getroffen worden.
Contents
⢠Parteitage
⢠Struktur
⢠Mitglieder
⢠Benennungen
⢠Auszeichnungen
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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In der Weimarer Republik 1920â1933
Anfänge und Verbot 1920â1925
Am Abend des 24. Februar 1920 erfolgte im MĂźnchner Hofbräuhaus die Ăśffentliche Bekanntgabe der neuen Partei durch Umbenennung der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP), wobei die offizielle Ummeldung von DAP in NSDAP bereits am 20. Februar 1920 vollzogen worden war. Das KĂźrzel âNSâ sollte die Besonderheit der Partei hervorheben und wurde von Adolf Hitler, Dietrich Eckart, Hermann Esser, Ernst RĂśhm und Gottfried Feder an der ParteifĂźhrung vorbei eingefĂźhrt. An jenem Abend verĂśffentlichte die NSDAP ihr Parteiprogramm (25-Punkte-Programm) mit den Hauptpunkten âAufhebung des Versailler Friedensvertragesâ, âEntzug der deutschen StaatsbĂźrgerschaft von Judenâ und âStärkung der Volksgemeinschaftâ.
Kurz zuvor hatte die DAP erste Mitgliedsausweise ausgegeben und eine Mitgliederliste erstellt. Da sie nicht als âunbedeutende Kleinstparteiâ dastehen wollte, begann das offizielle Parteiverzeichnis mit der Nummer 501. Hitler wurde in diesem Verzeichnis mit der Nummer 555 gefĂźhrt.cite-ref-1[1]
Bereits ab 1920 kooperierte die NSDAP mit der Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei (DNSAP) in Ăsterreich und der Tschechoslowakei. Im August 1920 hielten sie ein âzwischenstaatliches Treffenâ in Salzburg ab,cite-ref-2[2] anschlieĂend gab es ein âzwischenstaatliches Sekretariatâ mit Sitz in Wien.cite-ref-3[3] Im August 1923 wurde sogar ein gemeinsamer, länderĂźbergreifender Parteitag in Salzburg abgehalten, auf dem jedoch Richtungsstreits Ăźber die zu verfolgende politische Strategie und Methoden eskalierten.cite-ref-4[4]
1922 ergingen eine Reihe von NSDAP-Verboten in mehreren deutschen Ländern: In Baden am 4. Juli und in ThĂźringen am 15. Juli. Auf Grundlage des Republikschutzgesetzes vom 21. Juli 1922 folgten Verbote in Braunschweig (13. September), Hamburg (18. Oktober), PreuĂen (11. November) und Mecklenburg-Schwerin (30. November). Der Vollzug der Verbote war von unterschiedlicher Schärfe.cite-ref-5[5] In PreuĂen fĂźhrte das NSDAP-Verbot auch zum Verbot der dortigen NSDAP-Tarnorganisation GroĂdeutsche Arbeiterpartei, die ursprĂźnglich als erste norddeutsche NSDAP-Ortsgruppe gegrĂźndet werden sollte.
Bis 1923 konnte die NSDAP vor allem in Bayern grĂśĂeren Anhang gewinnen und nahm die durch Ruhrkampf und Inflation desolate Lage im Deutschen Reich zum Anlass fĂźr den Hitlerputsch, der am 9. November 1923 kläglich scheiterte.
Am selben Tag ßbertrug Reichspräsident Friedrich Ebert auf Grundlage von Artikel 48 der Weimarer Reichsverfassung die vollziehende Gewalt an den Chef der Heeresleitung Hans von Seeckt. Dieser erlieà am 23. November 1923 ein reichsweites Verbot gegen die NSDAP, das bis zum 27. Februar 1925 gelten sollte.cite-ref-6[6] Das gesamte ParteivermÜgen wurde konfisziert, die Geschäftsstelle in Mßnchen geschlossen, die Parteizeitung VÜlkischer Beobachter verboten. Ebenfalls verboten wurden die DeutschvÜlkische Freiheitspartei (DVFP), deren Vorsitzender Erich Ludendorff beim Putsch eine zentrale Rolle gespielt hatte, und die Kommunistische Partei Deutschlands, deren Hamburger Aufstand wenige Wochen zuvor gescheitert war.
Hitler befand sich ab dem 11. November 1923 in Untersuchungshaft. In einem Prozess vor dem MĂźnchner Volksgericht wurde er am 1. April 1924 wegen Hochverrats zu fĂźnf Jahren Festungshaft verurteilt, von denen er aber nur wenige Monate verbĂźĂen musste. Zuvor hatte er den Chefredakteur des VĂślkischen Beobachters Alfred Rosenberg beauftragt, fĂźr den Zusammenhalt der Nationalsozialisten zu sorgen. Unter dem Pseudonym Rolf Eidhalt (ein Anagramm aus Adolf Hitler) grĂźndete dieser die GroĂdeutsche Volksgemeinschaft. Es fehlte ihm aber die nĂśtige Autorität, um die Zersplitterung der Bewegung zu verhindern.cite-ref-7[7] Von der Parteispitze wurde er bald durch Hermann Esser und Julius Streicher verdrängt. Daneben bildete sich ein âVĂślkischer Block in Bayernâ unter Alexander Glaser, der ebenfalls um nationalsozialistische Stimmen warb. Andere Nationalsozialisten wie Gottfried Feder, Gregor Strasser und Wilhelm Frick schlossen ein WahlbĂźndnis mit Ludendorff und seiner eher bĂźrgerlich-nationalistischen DVFP, die nach dem Freispruch ihres Vorsitzenden im Hitlerprozess rasch wieder zugelassen worden war. Unter dem Namen Nationalsozialistische Freiheitspartei traten sie bei den Reichstagswahlen vom 4. Mai 1924 an und erreichten 6,6 Prozent der Stimmen. Hitler befĂźrchtete, dadurch wĂźrde aus seiner âBewegung [âŚ] eine rein bĂźrgerliche Konkurrenzparteiâ, und lehnte diese Zusammenarbeit entschieden ab. Aus der Haft konnte er auf die Entwicklung aber keinen Einfluss nehmen.cite-ref-8[8] Im August 1924 schlossen sich DeutschvĂślkische und Nationalsozialisten organisatorisch zur âNationalsozialistischen Freiheitsbewegung GroĂdeutschlandsâ zusammen, die von Ludendorff, Gregor Strasser und Albrecht von Graefe gefĂźhrt wurde. Die organisatorische Einheit Ăźberdeckte nur oberflächlich die heftigen inneren sachlichen und persĂśnlichen Gegensätze, die die neue Partei prägten. Bei den Reichstagswahlen vom 7. Dezember 1924, bei der die republikfeindlichen Kräfte allgemein stark verloren, erlangte sie nur noch 3 Prozent der abgegebenen Stimmen. Eine weitere Splittergruppe bildete sich in Norddeutschland. Die âNationalsozialistische Arbeitsgemeinschaftâ des LĂźneburger Rechtsanwalts Adalbert Volck verstand sich als âreine Hitlerbewegungâ und trat strikt antiparlamentarisch auf.
Nach seiner Entlassung aus der Festungshaft am 20. Dezember 1924 wurde Hitler, obwohl er damals noch Ăśsterreichischer StaatsbĂźrger war, nicht ausgewiesen, sondern durfte im Deutschen Reich bleiben.
Reorganisation und Splitterpartei 1925â1930
Im Februar 1925 wurde die NSDAP neu gegrĂźndet. Am 26. Mai 1930 kaufte die NSDAP fĂźr 805.864 Reichsmark in MĂźnchen das âBraune Hausâ, nachdem die Räume in der SchellingstraĂe 50, wo sich seit 1925 die Parteizentrale befunden hattecite-ref-9[9], zu klein geworden waren.
Im Juli 1925 erschien der erste Band von Hitlers Buch Mein Kampf;cite-ref-10[10] im Dezember 1926 der zweite. Anders als der Titel vermuten lässt, stellt das Buch nicht bloĂ eine Autobiographie dar, vielmehr Ăźberwiegen die programmatischen Aussagen. FĂźr die NSDAP wurden die Ideologeme, die Hitler hier entfaltete, vor allem die nach âLebensraum im Ostenâ und einer âEntfernung der Judenâ verbindlich. Es finden sich auch wĂźtende Angriffe gegen Marxismus und Demokratie.cite-ref-11[11]
Hitler lÜste die NSDAP aus dem Bßndnis mit den VÜlkischen und begann mit der Reorganisation zu einer Fßhrerpartei, die er auf eine strikte Legalitätstaktik festlegte. Entscheidende Schritte dazu wurden auf der Bamberger Fßhrertagung am 14. Februar 1926 gemacht, in der Hitler sich gegen eine Gruppe um Gregor Strasser mit seinen Vorstellungen durchsetzen konnte. Vollendet wurde dies mit dem Beschluss ßber die Parteisatzung vom 22. Mai 1926, die ganz Hitlers Vorstellungen entsprach.
Nachdem sich die Ăśsterreichische âSchwesterparteiâ DNSAP mehrmals anhand der Frage, ob man sich Hitler und der deutschen NSDAP unterordnen oder organisatorisch selbstständig bleiben sollte, gespalten hatte, grĂźndete der Wiener Mittelschulprofessor Richard Suchenwirth im Mai 1926 den Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterverein. Er benannte sich bald darauf in NSDAP â Hitlerbewegung um und funktionierte quasi wie ein Landesverband der deutschen NSDAP.cite-ref-12[12] Zudem gab es mit dem Vaterländischen Schutzbund auch einen Ăśsterreichischen Ableger der SA, der von Hermann Reschny gefĂźhrt wurde. Hitlers Bevollmächtigter an der Spitze der Ăśsterreichischen NSDAP wurde der pensionierte Oberst Friedrich Jankovic.cite-ref-13[13]cite-ref-14[14] Bei Wahlen blieb die NSDAP in Ăsterreich unbedeutend: bei der Nationalratswahl 1927 erhielt sie 0,76 %, 1930 waren es 3 %.
Im Deutschen Reich war die NSDAP bis zu den Reichstagswahlen 1928 nur eine von mehreren antisemitischen und vÜlkischen Parteien, zeigte aber spätestens bei der Reichstagswahl ihre herausragende Stellung in diesem Spektrum. 1929 erlangte die Partei durch gemeinsame Agitation mit der DNVP und dem Stahlhelm im Rahmen der Kampagne gegen den Young-Plan reichsweite Aufmerksamkeit.
Die viel gelesenen Zeitungen des deutschnationalen GroĂverlegers Alfred Hugenberg machten die NSDAP und besonders Adolf Hitler Ăźberall im Reich bekannt, obwohl die Kampagne selbst im Dezember 1929 mit nur 15 Prozent Zustimmung scheiterte. Finanziert wurden diese und die folgenden Agitationen und Wahlkämpfe weniger durch Spenden aus der GroĂindustrie, die vom âSozialismusâ im Parteinamen abgeschreckt wurde und lieber die DVP und die DNVP unterstĂźtzte (einzelne nationalsozialistische Schwerindustrielle wie Fritz Thyssen und Emil Kirdorf waren Ausnahmen). Wichtiger waren Zuwendungen der mittelständischen Industrie, vor allem aber die vergleichsweise hohen Mitgliedsbeiträge (ein Finanzierungsinstrument, das die Nationalsozialisten von der SPD Ăźbernommen hatten) sowie die Eintrittsgelder zu Veranstaltungen mit Hitler oder Goebbels, fĂźr die zwischen 50 Pfennig und zwei Mark verlangt wurden â der durchschnittliche Monatslohn eines Arbeiters lag bei 180 Mark, ein Student oder ein Arbeitsloser mit Familie musste mit etwa 80 Mark auskommen.cite-ref-15[15]
Zwischen 1925 und 1930 stieg die Mitgliederzahl der Partei von 27.000 auf 130.000. Die NSDAP nutzte die Weltwirtschaftskrise und die damit einhergehende Massenverelendung, welche ihr antikapitalistisches, antiliberales und vor allem antisemitisches Programm gegen das âinternationale Finanzjudentumâ in der BevĂślkerung stĂźtzte. Schon 1926 wurde parteiintern der HitlergruĂ eingefĂźhrt und Hitler als FĂźhrer bezeichnet. Nach dem Tod von Horst Wessel im Jahr 1930 wurde zudem das Horst-Wessel-Lied die offizielle Parteihymne der NSDAP.
Nach dem verheerend schlechten Ergebnis bei den Reichstagswahlen 1928, als sich die NSDAP mit 2,6 Prozent der Stimmen begnĂźgen musste, erging die Weisung an alle Parteigliederungen, in ihrer Propaganda den Antisemitismus zurĂźckzuschrauben, der vor allem auf bĂźrgerliche Kreise abschreckend wirkte. Von nun an setzte die NSDAP zentral auf den StraĂenterror der SA und andere Themen wie die AuĂenpolitik, woraufhin ihre Stimmenanteile bei den Landtagswahlen 1929 und 1930 auf Ăźber 10 Prozent anstiegen (zum Beispiel in Sachsen mit 14,4 Prozent). Dies lag auch an den nicht durch Wahlen legitimierten Präsidialkabinetten. Besonders Jugendliche und junge Männer traten in die Hitlerjugend und die SA ein. Die nationalsozialistischen Politiker gingen von dem Versuch ab, vor allem die Arbeiterschaft fĂźr sich zu gewinnen, was zur Abspaltung eines âlinkenâ FlĂźgels fĂźhrte, zu dem unter anderen Otto Strasser gehĂśrte. Die NSDAP erhielt aber immer mehr UnterstĂźtzung von Bauern (die Agrarpreise waren ab 1928 zusehends verfallen), Handwerkern und Einzelhändlern (Angst vor der Konkurrenz durch âjĂźdisch gefĂźhrteâ Kaufhauskonzerne) sowie aus den Reihen der Studenten- und Beamtenschaft (Furcht vor einer drohenden âProletarisierungâ des akademischen BĂźrgertums).
So konnte die NSDAP die Weltwirtschaftskrise, deren Auswirkungen im Deutschen Reich besonders spßrbar wurden, zur Gewinnung einer Massenbasis in denjenigen Wählerschichten nutzen, die vorher fßr die DNVP oder eine der sonstigen nationalen Kleinparteien gestimmt hatten oder enttäuscht von den bßrgerlichen Parteien (DVP und DDP) seit Jahren ins Nichtwählerlager gewechselt waren.
Wahlerfolge ab 1930
Die AuflĂśsung des Reichstags durch Reichspräsident Paul von Hindenburg gemäà Artikel 25 der Verfassung kam den Nationalsozialisten daher sehr gelegen. Bei den Reichstagswahlen am 14. September 1930 wurde die NSDAP mit 18,3 Prozent der abgegebenen Stimmen zweitstärkste Partei hinter der SPD. Bereits im Januar 1930 trat die NSDAP in ThĂźringen (âBaum-Frick-Regierungâ) und im weiteren Verlauf des Jahres dann in Braunschweig (Kabinett KĂźchenthal) in Koalitionsregierungen ein. Trotz der Regierungsbeteiligungen wurde sie weiterhin als Opposition gegen das âSystemâ wahrgenommen. Die Propaganda der NSDAP stellte vor allem auĂenpolitische und soziale Themen in den Vordergrund. In ihrer Polemik gegen den Versailler Vertrag und namentlich gegen den Young-Plan, die als die Ursache der Verelendung in der Weltwirtschaftskrise hingestellt wurden, fasste sie beide Themen zusammen.cite-ref-16[16] Mit antisemitischer Polemik hielt sich die Parteipropaganda nach einer Anweisung von Goebbels aus dem Jahr 1928 deutlich zurĂźck.cite-ref-17[17]cite-ref-18[18] Dennoch kam es auch in den Aufstiegsjahren der NSDAP wiederholt zu pogromartigen Zwischenfällen, wie den Angriffen auf das Kaufhaus Wertheim am Tag der ReichstagserĂśffnung 1930 oder dem KurfĂźrstendamm-Krawall vom 12. September 1931.cite-ref-19[19]
Im Dezember 1930 wurde in der Sitzung der Reichsregierung Ăźber ein Verbot der NSDAP diskutiert, nachdem eine Denkschrift preuĂischer Beamter, darunter Robert Kempner, zu dem Ergebnis gekommen war, die NSDAP verfolge eine âRevolution mit gewaltsamen Mitteln [...], deren Ziel Ăźber die nationalsozialistische Diktatur die Errichtung des nationalsozialistischen âDritten Reichsâ ist.âcite-ref-opitz-20-0[20] Reichskanzler Heinrich BrĂźning lehnte ein solches Parteiverbot jedoch selbst nach Bekanntwerden der Boxheimer Dokumente ab und wollte die NSDAP im Hinblick auf die Auswirkungen des Sozialistengesetzes von 1878 politisch stellen.cite-ref-21[21]cite-ref-22[22]cite-ref-opitz-20-1[20]
Da sie ihren parteipolitischen Apparat organisatorisch stark ausgeweitet hatte, konnte sie fĂźr jede soziale Gruppe speziell auf sie zugeschnittene Organisationen und Propaganda anbieten. In ânacktem Populismusâ (Hans-Ulrich Wehler) versprach sie jeder gesellschaftlichen Gruppe, genau ihre WĂźnsche zu erfĂźllen:cite-ref-23[23] FĂźr die Industriearbeiter etwa gab es die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation und die Hib-Aktion (âHinein in die Betriebeâ), fĂźr sie gerierte sich die Partei als sozialistisch und organisierte auch Streiks. FĂźr kleinere Ladenbesitzer gab es den Nationalsozialistischen Kampfbund fĂźr den gewerblichen Mittelstand, der gegen die den kleinen Spezialgeschäften Ăśkonomisch Ăźberlegenen Warenhäuser und Einheitspreisläden kämpfte. Auf dem Lande Ăźbernahm die NSDAP die Themen der Landvolkbewegung und konzentrierte sich auf ihre Blut-und-Boden-Ideologie und ihr Ziel, die deutsche Wirtschaft vom Weltmarkt abzukoppeln.cite-ref-24[24] Dass die Nationalsozialisten eine Autarkie planten, wurde von Hitler gegenĂźber den GroĂindustriellen dagegen bestritten, so etwa in seiner Rede vor dem DĂźsseldorfer Industrie-Club. GegenĂźber dieser Klientel, fĂźr die es mit der Arbeitsstelle Dr. Schacht und dem Keppler-Kreis gleich mehrere, konkurrierende Organisationen innerhalb des Parteiapparats NSDAP gab, betonte die Propaganda die Ablehnung von Klassenkämpfen und Demokratie.
Integrierendes Element dieser widersprĂźchlichen Forderungen waren der radikale Nationalismus der Partei und ihre Volksgemeinschaftsideologie, die man je nach Publikum unterschiedlich auslegen konnte. Zwar gab es sowohl innerhalb der Partei als auch von auĂen, zum Beispiel von Seiten der Industrie, die wissen wollte, wie es denn nun mit dem âSozialismusâ des Parteiprogramms bestellt war, immer wieder Ansätze, die NSDAP auf ein konkretes Aktionsprogramm fĂźr die Zeit nach einer Machtergreifung festzulegen. Dies wurde von Hitler stets rundweg abgelehnt, der programmatisch stets wolkig blieb und unterhalb der Ebene vager GroĂforderungen wie der nach einer âRegeneration unseres VolkskĂśrpersâ jede politische Konkretion vermied: âSo unveränderlich [âŚ] die Gesetze des Lebens selbst sind und damit die unserer Bewegung zugrunde liegende Idee, so ewig flieĂend ist das Ringen um die ErfĂźllungâ.cite-ref-25[25]
Durch ihre breit adressatendifferenzierte Propaganda gelang es der NSDAP, Wähler in allen gesellschaftlichen Gruppen und Schichten zu gewinnen. Zwar erwiesen sich das traditionsbewusst-katholische Milieu und das der organisierten Industriearbeiter als weniger anfällig als die anderen Milieus, doch blieben auch sie nicht immun gegenĂźber der nationalsozialistischen Verlockung. Ăberproportional viele Anhänger konnte sie im alten Mittelstand gewinnen, bei den kleinen Gewerbetreibenden, den Ladenbesitzern und Inhabern von Handwerksbetrieben. Aus diesem Befund zieht der Parteienforscher JĂźrgen W. Falter den Schluss, dass die NSDAP eine âVolkspartei mit Mittelstandsbauchâ war, die die zum Teil diametral divergierenden Werte und Interessen aller Teile der WahlbevĂślkerung zu integrieren vermochte.cite-ref-26[26]
Im Oktober 1931 taten sich auf Drängen Hitlers und Alfred Hugenbergs die NSDAP und die DNVP mit anderen nationalistischen Verbänden zur Harzburger Front als Gegner der Weimarer Republik zusammen, das BĂźndnis hielt aber nicht lange: Bereits wenige Monate später bekämpften sie sich im Wahlkampf zur Reichspräsidentenwahl 1932. Dennoch gelang Hindenburg seine Wiederwahl zum Reichspräsidenten erst im zweiten Wahlgang â Hitler kam auf Platz zwei; bei den Landtagswahlen in PreuĂen, Bayern, WĂźrttemberg und anderen Reichsländern erzielte die Partei deutliche Erfolge und wurde bei den Reichstagswahlen am 31. Juli 1932 auch stärkste Partei im Reichstag. Zwar durchlief die Partei 1932 eine schwere Krise, welche in einen deutlichen RĂźckgang der Stimmen bei der Reichstagswahl am 6. November 1932 mĂźndete: Die NSDAP blieb zwar stärkste Partei, hatte aber Ăźber vier Prozentpunkte und zwei Millionen Wähler verloren.cite-ref-27[27] Um den weiteren politischen Kurs der Partei nach der aus Sicht der NSDAP enttäuschenden Wahl fĂźhrte zu einem parteiinternen Machtkampf; der Strasser-Krise. Zudem war die Partei durch die aufwändigen Wahlkämpfe des Jahres 1932 in schwere Finanzprobleme geraten. Reichsschatzmeister Franz Xaver Schwarz musste im Januar 1933 zu verzweifelten MaĂnahmen greifen: Parteiangestellte wurden entlassen oder ihr Gehalt wurde gekĂźrzt, Gauen, die mit den abzufĂźhrenden Mitgliedsbeiträgen in RĂźckstand waren, wurde Zwangsverwaltung angedroht. In einem parteioffiziellen Rundschreiben teilte Schwarz mit, âder Bestand der Zentraleâ sei in Gefahr.cite-ref-28[28] Die Trendumkehr gelang bei der Landtagswahl in Lippe am 15. Januar 1933: Die Mitgliederstärke der NSDAP erhĂśhte sich auf rund 850.000.cite-ref-29[29] Die Wahlerfolge sind auch auf die erfolgreiche Mobilisierung von Nichtwählern zurĂźckzufĂźhren, welche den bis dahin regierenden Parteien nicht mehr zutrauten, die Weltwirtschaftskrise zu Ăźberwinden.
Reichspräsident Hindenburg hegte eine tiefe persĂśnliche Abneigung gegen den âbĂśhmischen Gefreitenâ Hitler, der auĂerdem nicht bereit war, sich mit weniger als der Reichskanzlerschaft zufriedenzugeben. Gleichwohl dachten sowohl Reichskanzler Heinrich BrĂźning als auch seine Nachfolger von Papen und von Schleicher jeweils zumindest zeitweise an eine Rechtskoalition von Zentrum, DNVP und NSDAP, um eine Reichsreform ohne Beteiligung der SPD zu Stande zu bringen. Dies scheiterte aber an Hitlers Bestehen auf der Kanzlerschaft; auĂerdem gelang es nicht, wenigstens Teile der Nationalsozialisten (und der Deutschnationalen) zu dieser Koalition zu bewegen oder zu einer âQuerfrontâ von Gewerkschaften und linken Nationalsozialisten. Die Versuche zur Einbindung Hitlers hatten als Kehrseite, dass bereits BrĂźning die NSDAP nicht als umstĂźrzlerische und verfassungsfeindliche Partei anprangerte und dementsprechend bekämpfte.
Anfang 1933 war die âQuerfrontâ-Idee des Kanzlers von Schleicher gescheitert. Dieser befĂźrwortete ein Weiterregieren unter Ausschaltung des Reichstags, der Ende Januar wieder zusammentreten und mit Sicherheit die Regierung stĂźrzen wĂźrde. In dieser Situation gelang es Franz von Papen, den Reichspräsidenten zu einer NSDAP-DNVP-Koalition unter einem Kanzler Hitler zu Ăźberreden. Von Papen glaubte, Hitler âzähmenâ zu kĂśnnen. Am 30. Januar 1933 fĂźhrte dies zur formal legalen âMachtĂźbergabeâ (später als âMachtergreifungâ der Nationalsozialisten bezeichnet).
Wahlergebnisse bei den Reichstagswahlen 1930â1933 nach Wahlkreisen
| Wahlkreis [ 30 ] | 5. März 1933 | 6. November 1932 | 31. Juli 1932 | 14. September 1930 |
|---|---|---|---|---|
| Osthannover | 54,3 % | 42,9 % | 49,5 % | 20,6 % |
| SĂźdhannover-Braunschweig | 48,7 % | 40,6 % | 46,1 % | 24,3 % |
| Hamburg | 38,9 % | 27,2 % | 33,7 % | 19,2 % |
| Schleswig-Holstein | 53,2 % | 45,7 % | 51,0 % | 27,0 % |
| Weser-Ems | 41,4 % | 31,9 % | 38,4 % | 20,5 % |
| Westfalen-Nord | 34,9 % | 22,3 % | 25,7 % | 12,2 % |
| Westfalen-SĂźd | 33,8 % | 24,8 % | 27,2 % | 13,9 % |
| DĂźsseldorf-Ost | 37,4 % | 27,0 % | 31,6 % | 17,0 % |
| DĂźsseldorf-West | 35,2 % | 24,2 % | 27,0 % | 16,8 % |
| KĂśln-Aachen | 30,1 % | 17,4 % | 20,2 % | 14,5 % |
| Koblenz-Trier | 38,4 % | 26,1 % | 28,8 % | 14,9 % |
| Pfalz | 46,5 % | 42,6 % | 43,7 % | 22,8 % |
| Hessen-Darmstadt | 47,4 % | 40,2 % | 43,1 % | 18,5 % |
| Hessen-Nassau | 49,4 % | 41,2 % | 43,6 % | 20,8 % |
| ThĂźringen | 47,2 % | 37,1 % | 43,4 % | 19,3 % |
| Franken | 45,7 % | 36,4 % | 39,9 % | 20,5 % |
| Niederbayern | 39,2 % | 18,5 % | 20,4 % | 12,0 % |
| Oberbayern-Schwaben | 40,9 % | 24,6 % | 27,1 % | 16,3 % |
| WĂźrttemberg | 42,0 % | 26,2 % | 30,3 % | 9,4 % |
| Baden | 45,4 % | 34,1 % | 36,9 % | 19,2 % |
| OstpreuĂen | 56,5 % | 39,7 % | 47,1 % | 22,5 % |
| Pommern | 56,3 % | 43,1 % | 48,0 % | 24,3 % |
| Mecklenburg | 48,0 % | 37,0 % | 44,8 % | 20,1 % |
| Oppeln | 43,2 % | 26,8 % | 29,2 % | 9,5 % |
| Breslau | 50,2 % | 40,4 % | 43,5 % | 24,2 % |
| Liegnitz | 54,0 % | 42,1 % | 48,0 % | 20,9 % |
| Frankfurt an der Oder | 55,2 % | 42,6 % | 48,1 % | 22,7 % |
| Berlin | 31,3 % | 22,5 % | 24,6 % | 12,8 % |
| Potsdam I | 44,4 % | 34,1 % | 38,2 % | 18,8 % |
| Potsdam II | 38,2 % | 29,1 % | 33,0 % | 16,7 % |
| Leipzig | 40,0 % | 31,0 % | 36,1 % | 14,0 % |
| Dresden-Bautzen | 43,6 % | 34,0 % | 39,3 % | 16,1 % |
| Chemnitz-Zwickau | 50,0 % | 43,4 % | 47,0 % | 23,8 % |
| Merseburg | 46,6 % | 34,5 % | 42,6 % | 20,5 % |
| Magdeburg | 47,3 % | 39,0 % | 43,8 % | 19,5 % |
| Deutsches Reich | 43,9 % | 33,1 % | 37,4 % | 18,3 % |
Nach der Machtergreifung 1933
UnterstĂźtzung durch Wirtschaft und Industrie
â
Hauptartikel
:
GroĂindustrie und Aufstieg der NSDAP
In der Endphase der Weimarer Republik trugen die GroĂunternehmer nur vereinzelt zur Finanzierung der NSDAP bei. Ausnahmen waren Fritz Thyssen, Albert VĂśgler, der sich noch im November 1932 an einer Unterschriftenliste bedeutender Unternehmer gegen Hitler beteiligt hatte, oder Emil Kirdorf, der sich aber bereits 1928 wieder der DNVP zuwandte. Im Saargebiet unterstĂźtzte Hermann RĂśchling 1933 die NSDAP. Seit Februar 1933 flossen die Industriespenden reichlich. Sie wurden als Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft institutionalisiert und nahmen bald den Charakter einer Zwangsabgabe an. Tatsächlich erhielten die Industriellen, wie von ihnen erhofft, durch ihre finanzielle UnterstĂźtzung diverse Vorteile. FĂźr die Herstellung der Kriegsfähigkeit der Wirtschaft und der Einsatzfähigkeit der Wehrmacht wurde nicht nur die RĂźstungsindustrie stark vorangetrieben. In Konzernen wie I.G. Farben wurden Buna und Benzin synthetisch hergestellt. Von der Massenuniformierung der Gesellschaft profitierte die Bekleidungsindustrie. Andere Branchen litten bald jedoch unter dem Entzug von fĂźr die AufrĂźstung wichtigen Rohstoffen.cite-ref-31[31]cite-ref-32[32]
Parteitage
â
Hauptartikel
:
Reichsparteitag
Bereits seit 1927 veranstaltete die NSDAP ihre als jährlich geplanten Parteitage in NĂźrnberg. Diese Reichsparteitage waren einprägsam inszeniert in gewaltigen AufzĂźgen von Parteifunktionären mit anschlieĂenden TreuegelĂśbnissen sowie abendlichen FackelzĂźgen und Lichtdomen als symbolische Verschmelzung von Mensch und Naturgewalt. Albert Speers Lichtdom galt als erhabene visuelle Inszenierung des Kollektivs und war die Projektion von 150 Flakscheinwerfern am Himmel. AusfĂźhrlich berichteten die Medien Ăźber die minutiĂśs geplanten Parteitage. Zusätzlich ĂźberhĂśhten Leni Riefenstahls Reichsparteitagsfilme Der Sieg des Glaubens und Triumph des Willens die Veranstaltungen filmisch. Sie vermittelten den Eindruck der von den Nationalsozialisten proklamierten Volksgemeinschaft und der damit verbundenen Gleichschaltung. Die Wehrmacht nahm 1934 nach dem Tod Paul von Hindenburgs erstmals an einem Parteitag teil und wurde auf Hitler, nicht das Volk, eingeschworen.
Rolle im NS-Staat
Hitler agierte in den ersten Monaten des Jahres 1933 auf der Grundlage der seiner Regierung, einer Koalition aus NSDAP und DNVP, durch den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg Ăźbergebenen Macht. Auch in der letzten nach dem Recht der Weimarer Republik abgehaltenen Wahl am 5. März 1933, deren Wahlkampf bereits durch Verbote anderer Parteien und Repressalien der politischen Gegner durch Terror und Propaganda gekennzeichnet war, erhielt die NSDAP mit etwa 44 Prozent nicht die absolute Mehrheit der Stimmen. Die Nationalsozialisten schafften es jedoch mit den Stimmen aller anderen Parteien auĂer SPD und KPD (siehe Tag von Potsdam), im Reichstag die nĂśtige Zweidrittelmehrheit fĂźr die Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes am 24. März zu erlangen, das die Macht unter Ausschaltung des Parlaments auf Hitler Ăźbertrug und schlieĂlich auch zum Verbot sämtlicher Parteien auĂer der NSDAP verwendet wurde.
In Ăsterreich, wo die christlichsoziale Bundesregierung eine sogenannte âSelbstausschaltung des Parlamentsâ nutzte, um als Vaterländische Front die Macht zu ergreifen und einen autoritären Ständestaat zu errichten, wurde hingegen im Juni 1933 die erstarkte NSDAP verboten, nachdem zwei Nationalsozialisten einen Handgranatenanschlag verĂźbt hatten. AnschlieĂend unterwanderten NSDAP-Anhänger legale, eigentlich apolitische Organisationen, während andere nach Deutschland gingen, wo Ăśsterreichische SA-Leute die Ăsterreichische Legion aufstellten. Ăsterreich bĂźrgerte bis zum âAnschlussâ 1938 11.000 sogenannte âIllegaleâ aus.cite-ref-33[33] Im gleichen Zeitraum starben 169 Menschen bei Terrorwellen der illegalen NSDAP gegen Vertreter des Staats und andere politische Gegner, insbesondere beim gescheiterten Juliputsch 1934,cite-ref-34[34] bei dem Nationalsozialisten auch Bundeskanzler Engelbert DollfuĂ ermordeten.
Im nationalsozialistischen Deutschland bildete sich ein Einparteienstaat, welcher am 1. Dezember 1933 durch das âGesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staatâ auch rechtlich verankert wurde. Die NSDAP wurde hiermit zu einer KĂśrperschaft des Ăśffentlichen Rechts mit eigener Gerichtsbarkeit Ăźber ihre Mitglieder. Bis zum April zählte die Partei 2,5 Millionen Mitglieder, welche in der Hauptsache aus Beamten und Angestellten bestanden, nachdem die NSDAP wichtige SchlĂźsselpositionen in Staat, Organisationen, Fabriken und BehĂśrden besetzte. Ab 1933 wurde das 1920 als Parteisymbol eingefĂźhrte Hakenkreuz allgegenwärtig im Alltag der BĂźrger. Im Zuge der auf dem Reichsparteitag 1935 verabschiedeten NĂźrnberger Gesetze wurde das Symbol zum Hoheitszeichen des Deutschen Reiches.
In der Zeit des Nationalsozialismus trat die NSDAP kaum noch durch eigene Tätigkeit hervor. DafĂźr werden in der Forschung verschiedene Ursachen genannt. Der Journalist Heinz HĂśhne nimmt an, dass sie durch die Aufteilung der eigentlichen Macht gelähmt worden sei: Zwar habe Rudolf HeĂ am 21. April 1933 mit seiner Ernennung zum Stellvertreter des FĂźhrers formal uneingeschränkte Macht Ăźber die Partei erhalten, doch habe Hitler âvergessenâ, ihm auch ihren Reichsorganisationsleiter Robert Ley zu unterstellen, der das mächtige Korps der Politischen Leiter der NSDAP unter sich gehabt habe. Dies habe zahlreiche Streitereien und Kompetenzrivalitäten zur Folge gehabt, wie sie fĂźr die nationalsozialistische Polykratie typisch waren, und so die eigentliche Macht der Partei gelähmt.cite-ref-35[35]
Laut dem Historiker Wolfgang Benz war die Position der NSDAP nach der Machtergreifung nur âscheinbar institutionalisiertâ. Tatsächlich habe sie âsubsidiäre Funktionen bei der Durchsetzung des FĂźhrerstaats und beim Machterhaltâ wahrgenommen. Dass die Parteileitung in MĂźnchen blieb und damit räumlich deutlich getrennt von den eigentlichen Machtzentren in der Reichshauptstadt Berlin, sei hierfĂźr symptomatisch.cite-ref-36[36]
Der Berliner Historiker Henning KĂśhler glaubt, die NSDAP sei ausschlieĂlich eine âAgitations- und Wahlmaschineâ gewesen und nur eine einzige ihrer Teilorganisationen habe die Basis tatsächlich auch wirksam erreicht: Die Reichspropagandaleitung unter Goebbels. Von dem Augenblick an, an dem es keine Wahlkämpfe mehr gab, habe die Parteileitung sich auf das Eintreiben von Mitgliedsbeiträgen und auf die Streitschlichtung zwischen ihren Funktionären beschränkt. Eine aktive Rolle etwa bei der Verteilung der zahlreichen Karriereposten, die im Lauf der Gleichschaltung neu zu besetzen waren, habe sie nicht gespielt. Hier habe es vielmehr einen sozialdarwinistischen Kampf der Parteifunktionäre gegeneinander gegeben.cite-ref-37[37]
Nach 1933 setzte eine enorme Fluktuation auf den Funktionärsposten ein. Zwischen 1933 und 1935 schieden 40.153 Parteifunktionäre aus, die vor dem 30. Januar 1933 in die NSDAP eingetreten waren. Das entspricht einer Fluktuation von fast 20 Prozent. In dieser Zeit wurden 53,1 Prozent der Kreisleiter- und 43,8 Prozent der Ortsgruppenleiter-Stellen neu besetzt.cite-ref-38[38]
Vom 30. Juni bis 2. Juli 1934 wurden im Zuge der angeblichen Niederschlagung des so genannten RĂśhm-Putschs die SA-FĂźhrung einschlieĂlich ihres Stabschefs Ernst RĂśhm auf Hitlers Befehl ermordet. Tatsächlich hatte es keinerlei Putschvorbereitungen seitens der SA gegeben. Es wurde dadurch vielmehr die absolute Macht Hitlers Ăźber die Partei zementiert, die seitdem lediglich ein Instrument seiner persĂśnlichen Herrschaft war.
Nach der gewalttätigen Entmachtung der SA hatte Hitler innerparteilich keine ernsthaften Gegner mehr. Die ihm nun eigene Machtfßlle in der nach dem Fßhrerprinzip strukturierten Partei sollte sich bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges erhalten.
Die âunlĂśslich mit dem Staat verbundeneâ Partei wurde zur âTrägerin des deutschen Staatsgedankensâ und war zuständig fĂźr die âFĂźhrerausleseâ, also die Besetzung staatlicher SchlĂźsselpositionen. Während des Zweiten Weltkrieges lag es an der NSDAP, zu entscheiden, wer nun unabkĂśmmlich sei und damit vom aktiven Kriegsdienst an der Front befreit wurde. Diesen Status erhielten in der Regel nur Funktionäre der Partei. Die materielle Bevorzugung der hauptamtlichen âParteibonzenâ sowie deren häufige Unfähigkeit und Korruption trugen dazu bei, dass das Ansehen der NSDAP in der Gesellschaft schon zu Beginn des Krieges rasch schwand. Die NSDAP war in der Hauptsache beschäftigt mit organisatorischen und verwaltungsmäĂigen Aufgaben im Luftschutz und bei der Evakuierung aus Städten, mit Lagern fĂźr Zwangsarbeiter, bei Sammelaktionen oder Erntehilfen der Hitlerjugend. Gegen Ende des Krieges sollte sie zusätzlich den Volkssturm aufstellen.
Parteiverbot 1945
Mit dem Zusammenbruch des NS-Staates stellte die Parteiorganisation ihre Tätigkeit ein. Bereits in seiner Proklamation Nr. 1 als alliierter Oberbefehlshaber SHAEF hatte General Dwight D. Eisenhower im März 1945 die AuflĂśsung der NSDAP in dem von seinen Streitkräften besetzten Gebiet angekĂźndigt.cite-ref-39[39] Nach Abschnitt XI Nr. 38 der Kontrollratsproklamation Nr. 2 vom 20. September 1945 wurde die NSDAP fĂźr vĂśllig aufgelĂśst und illegal erklärt.cite-ref-40[40]cite-ref-41[41] Das Kontrollratsgesetz Nr. 2 des Alliierten Kontrollrates bestimmte am 10. Oktober 1945, dass die NSDAP mit allen Gliederungen und angeschlossenen Verbänden aufgelĂśst und verboten sei. Ihr VermĂśgen war zu beschlagnahmen.cite-ref-42[42] Das FĂźhrerkorps der Partei wurde im NĂźrnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher 1946 zur âverbrecherischen Organisationâ erklärt.cite-ref-43[43] Die NSDAP oder eine NeugrĂźndung ist auch in Ăsterreich verboten (Wiederbetätigungsverbot).
1949 wurde die Sozialistische Reichspartei (SRP) gegrĂźndet, die oft als Nachfolger der NSDAP bezeichnetcite-ref-44[44] und 1952 vom Bundesverfassungsgericht verboten wurde.cite-ref-45[45]
Struktur
â
Hauptartikel
:
Struktur der NSDAP
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei war pyramidenartig aufgebaut. An der Spitze stand der Vorsitzende, zu Beginn Karl Harrer und dann Anton Drexler (24. Februar 1920 bis 29. Juli 1921), der danach Ehrenvorsitzender wurde, und anschlieĂend Adolf Hitler (29. Juli 1921 bis 30. April 1945). Er war mit absoluter Macht ausgestattet und hatte die volle Befehlsgewalt. Alle anderen Parteiämter waren seiner Position untergeordnet und mussten sich nach seinen Weisungen richten. Unter dem Vorsitzenden Hitler waren die Reichsleiter in der 1934 errichteten âKanzlei des FĂźhrersâ, deren Zahl nach und nach auf 18 erhĂśht wurde. Im Dritten Reich hatten diese ähnlich groĂe Macht wie Reichsminister, was in der Polykratie des NS-Staates zu von Hitler gewĂźnschten Konkurrenzkämpfen fĂźhrte.
Der Stab des Stellvertreters des FĂźhrers, ein zentrales FĂźhrungsorgan der NSDAP, war an allen wesentlichen Entscheidungen im Partei- und im Staatsapparat beteiligt. Die Dienststelle mit Sitz in MĂźnchen unterstand Rudolf HeĂ, bis sie am 12. Mai 1941 Hitler persĂśnlich unterstellt und unter der neuen Bezeichnung âParteikanzleiâ vom langjährigen Stabsleiter Martin Bormann weitergefĂźhrt wurde.
Die Partei hatte folgende Unterorganisationen, die teilweise ein erhebliches Eigenleben mit ganz eigenen politischen Vorstellungen fĂźhrten:cite-ref-46[46]
⢠Bund Deutscher Mädel (BDM)
⢠Hitler-Jugend (HJ)
⢠Nationalsozialistischer Deutscher Dozentenbund (NSDDB) â (erst ab Juli 1944)
⢠NS-Deutscher Studentenbund (NSDStB)
⢠NS-Frauenschaft (NSF)
⢠Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps (NSKK)
⢠NSDAP/AO â Auslandsorganisation
⢠Sturmabteilung (SA)
Einige nur verbundene Organisationen hatten eine eigene RechtspersĂśnlichkeit und eigenes VermĂśgen. Sie wurden von der Partei betreut, wie zum Beispiel:
⢠Deutsche Arbeitsfront (DAF)
⢠Nationalsozialistischer Deutscher Ărztebund (NSDĂB)
⢠Nationalsozialistisches Fliegerkorps (NSFK)
⢠Nationalsozialistischer Rechtswahrerbund (NSRB)
⢠NS-Kriegsopferversorgung (NSKOV)
⢠Nationalsozialistischer Lehrerbund (NSLB)
⢠Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV)
⢠Reichsarbeitsdienst (RAD)
Mit den Organisationen und den angeschlossenen Verbänden konnte die NSDAP die Gesellschaft organisatorisch weitgehend durchdringen und die BevÜlkerung sowohl im Beruf als auch in der Freizeit kontrollieren und indoktrinieren. Der Entnazifizierungsfragebogen der Militärregierung, Ausgabe 1946, fragte nach der Mitgliedschaft in 95 Organisationen aus dem Umkreis der NSDAP. Die soziale Kontrolle erfolgte insbesondere durch Block- und Zellenwarte und mittels NSDAP-Ortsgruppen, da sie bei der BefÜrderung von Beamten, fßr Anwärter des Üffentlichen Diensts oder fßr Antragsteller bezßglich sozialer Unterstßtzung und Ausbildungshilfen ein Vetorecht hatten. Letzteres war entscheidend, weil die NSDAP erst 1941 einen Träger der Gesetzlichen Krankenversicherung grßndete. Vorher hatten sich die Arbeiter an Wohltätigkeitsorganisationen zu wenden, weil sich die Masse ansonsten keinen Arztbesuch leisten konnte.
Mitglieder
â
Hauptartikel
:
Liste von NSDAP-Parteimitgliedsnummern
Mitgliedszahlen und -kartei
| Datum | Mitglieder |
|---|---|
| Ende 1919 | 64 |
| Ende 1920 | 3000 |
| Ende 1921 | 6000 |
| 23. November 1923 | 55.787 |
| Ende 1925 | 27.117 |
| Ende 1926 | 49.523 |
| Ende 1927 | 72.590 |
| Ende 1928 | 108.717 |
| Ende 1929 | 176.426 |
| Ende 1930 | 389.000 |
| Ende 1931 | 806.294 |
| April 1932 | 1.000.000 |
| Ende 1932 | 1.200.000 |
| Ende 1933 | 3.900.000 |
| 1939 | 5.300.000 |
| Mai 1943 | 7.700.000 |
| 1945 | 8.500.000 [ 49 ] |
Die NSDAP hatte zur Zeit der âMachtergreifungâ 849.009 Mitglieder (parteieigene Statistik). 1943 waren 11 % der BevĂślkerung Parteimitglied. Anfangs (und immer wieder) wurde versucht, die âMärzgefallenenâ (Opportunisten, die sich nach der Machtergreifung, insbesondere nach dem Wahlsieg im März 1933 zur NSDAP bekannten) von der Partei fernzuhalten. Dazu wurde 1933 eine umfassende Aufnahmesperre verhängt. Der Bedarf an neuen Mitgliedern war aber stets so groĂ, dass solche MaĂnahmen nicht lange durchgehalten wurden, zumal mit ihnen ja auch ein âTransmissionsriemenâ in die Gesellschaft aufgebaut wurde.
Es gab eine NSDAP-Zentralkartei (âReichskarteiâ, 50 Tonnen Karten) und eine âGaukarteiâ. Michel Thomas, der als Mitglied des Counter Intelligence Corps der 45. Infanterie-Division an der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau teilgenommen hatte, entdeckte am 20. Mai 1945 in der Papierfabrik Josef Wirth in Freimann bei MĂźnchen das Zentralarchiv der NSDAP mit Ăźber 10 Millionen Mitglieder-Karten, das dorthin geschafft worden war, um es einzustampfen. Hans Huber, der GeschäftsfĂźhrer der PapiermĂźhle, verzĂśgerte jedoch die Vernichtung.cite-ref-50[50] Teile der Karteien wurden 1945 vernichtet; neunzig Prozent der Parteimitglieder blieben bekannt. Einige Monate nach Beginn der Besatzungszeit erkannte man den mĂśglichen Nutzen der Karteien bei der Entnazifizierung; sie wurden in das Berlin Document Center gebracht.cite-ref-51[51] 1994 gingen die Karteikarten in den Bestand des Bundesarchivs Ăźber.cite-ref-faz2-52-0[52]
1989 gab das Berlin Document Center die hÜchste in seinem Karteibestand aufgefundene Mitgliedsnummer mit 10.174.581 an.cite-ref-53[53] Laut dem Bundesarchiv besteht die vollständig digitalisierte Form der NSDAP-Mitgliederkartei aus ßber 12,7 Millionen Digitalisaten.cite-ref-54[54]
Zustimmung zur Mitgliedschaft
Voraussetzung fßr die Mitgliedschaft in der NSDAP war ein eigenhändig unterschriebener Aufnahmeantrag.cite-ref-56[56] Fßr die Jahrgänge 1926 und 1927 legte der zuständige Reichsschatzmeister am 7. Januar 1944 eine Herabsetzung des Aufnahmealters von 18 auf 17 Jahre fest. Bedingung fßr den Parteibeitritt war eine mehrjährige Mitgliedschaft in der Hitlerjugend.cite-ref-57[57] Erhaltener interner Schriftverkehr der NSDAP belegt, dass auch im August 1944 nicht unterschriebene Aufnahmeanträge unbearbeitet zurßckgegeben wurden.cite-ref-58[58] Bis zu zwei Jahre konnten zwischen Aufnahmeantrag und der Aushändigung der Mitgliedskarte beziehungsweise des Mitgliedsbuches vergehen; erst dadurch wurde die Mitgliedschaft rechtskräftig.
FĂźr eine Reihe von AngehĂśrigen der âFlakhelfergenerationâ wie den Komponisten Hans Werner Henze, den Kabarettisten Dieter Hildebrandt, die Politiker Hans-Dietrich Genscher, Erhard Eppler und Horst Ehmke sowie die Autoren Martin Walser und Siegfried Lenz liegen im Bundesarchiv NSDAP-Mitgliedskarten vor. Bis auf Eppler bestritten jedoch alle Betroffenen, wissentlich Mitglied der NSDAP gewesen zu sein.
Dazu bemerkte der Historiker Norbert Frei, er halte âunwissentliche Mitgliedschaften prinzipiell fĂźr mĂśglichâ.cite-ref-59[59] Der Freiburger Historiker Ulrich Herbert erklärte zu den Parteieintritten gegen Kriegsende: âDie Absicht, mĂśglichst viele â oder alle â AngehĂśrigen einer HJ-Einheit zum Eintritt in die NSDAP zu bewegen, ist deutlich erkennbarâ. Es sei durchaus mĂśglich, dass einzelne NS-FĂźhrer zum Beweis ihrer TĂźchtigkeit hohe Eintrittszahlen auch ohne die entsprechenden Unterschriften melden wollten; etwa zu âFĂźhrers Geburtstagâ.cite-ref-60[60] Allerdings gibt es fĂźr Parteiaufnahmen ohne Wissen der Betroffenen keine Belege, während die strenge Einhaltung der Aufnahmerichtlinien auch im Jahre 1944 durch Listen von Aufnahmescheinen gut dokumentiert ist. Demzufolge wurden auch bei Sammeleintritten etwa von Hitlerjungen nicht eigenhändig unterschriebene Aufnahmescheine durch den NS-Reichsschatzmeister zurĂźck an die jeweilige Gauleitung geschickt; die Parteiaufnahme kam nicht zustande. So tauchen die Namen von Ehmke und Henze auf Sammellisten mit mehreren hundert Aufnahmeanträgen auf, von denen die nicht unterschriebenen Anträge unbearbeitet zurĂźckgeschickt wurden (Ehmkes und Henzes Anträge wurden allerdings nicht beanstandet).cite-ref-61[61]cite-ref-62[62]
Der Historiker Michael Buddrus vom Institut fĂźr Zeitgeschichte kommt deshalb in einem Gutachten fĂźr Das Internationale Germanistenlexikon 1800â1950 zu dem Ergebnis, dass eine Aufnahme in die NSDAP ohne eigene Unterschrift unwahrscheinlich sei.cite-ref-63[63] Nach vorläufiger Einschätzung des Bundesarchivs sind die entsprechenden Parteivorschriften auch während des Krieges streng eingehalten worden.cite-ref-64[64] Buddrus sieht in den Behauptungen der automatischen Aufnahme in die NSDAP âLegenden, die ihren Ausgangspunkt in EntlastungsbemĂźhungen der unmittelbaren Nachkriegszeit hatten und durch häufige Kolportage zu einem gern bemĂźhten ÂŤAllgemeingutÂť avancierten, das mit der historischen Wirklichkeit allerdings nichts zu tun hat.âcite-ref-65[65]
Wehrmachtssoldaten und -beamte
Soldaten durften sich nach § 26 des Wehrgesetzes von 1935cite-ref-66[66] politisch nicht betätigen. Die ZugehĂśrigkeit zur NSDAP oder zu einem der ihr angeschlossenen Verbände ruhte fĂźr die Dauer des aktiven Wehrdienstes. Seit einer Gesetzesänderung zum 1. Oktober 1944cite-ref-67[67] blieb die Mitgliedschaft in der NSDAP, ihren Gliederungen und angeschlossenen Verbänden auch fĂźr die Dauer des aktiven Wehrdienstes in Kraft. Die AngehĂśrigen der Wehrmacht hatten seitdem die Pflicht, dienstlich und auĂerdienstlich im Sinne nationalsozialistischer Weltanschauung zu wirken und sich jederzeit fĂźr sie einzusetzen. Es war eine der wesentlichsten Aufgaben aller Offiziere, Unteroffiziere und Wehrmachtbeamten, ihre Untergebenen nationalsozialistisch zu erziehen und zu fĂźhren.cite-ref-68[68]
Benennungen
Ein Mitglied dieser Partei, oft auch fĂźr sie auftretende Anhänger, wurden und werden seitdem âNationalsozialistâ oder kurz âNaziâ bzw. âParteigenosseâ oder kurz âPgâ genannt.cite-ref-69[69] Die Partei selbst wurde in der Alltagssprache meist durch das BuchstabenkĂźrzel NSDAP bezeichnet. HĂśhere Parteifunktionäre in Ăśffentlichen Ămtern nannte man in Anlehnung an Begriffe aus dem Militär âChargenâ. Aufgrund der hellbraunen Parteiuniformen bĂźrgerte sich im Volksmund auch die Bezeichnung âGoldfasanâ ein.cite-ref-70[70]
Auszeichnungen
â
Hauptartikel
:
Liste der Ehrenzeichen der NSDAP
Verantwortlichkeit im Sinne der Entnazifizierung
Das Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus (Gesetz Nr. 104 zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus vom 5. März 1946)cite-ref-gesetz-nr-104-71-0[71] bildete âzur gerechten Beurteilung der Verantwortlichkeit und zur Heranziehung zu SĂźhnemaĂnahmenâ verschiedene Personengruppen. ĂuĂere Merkmale wie die ZugehĂśrigkeit zur NSDAP, einer ihrer Gliederungen oder einer sonstigen Organisation waren nach diesem Gesetz fĂźr sich allein nicht entscheidend fĂźr den Grad der Verantwortlichkeit. Sie konnten zwar wichtige Beweise fĂźr die Gesamthaltung sein, aber durch Gegenbeweise ganz oder teilweise entkräftet werden. Umgekehrt war die NichtzugehĂśrigkeit fĂźr sich allein nicht entscheidend fĂźr den Ausschluss der Verantwortlichkeit (Art. 2 Abs. 2 Gesetz Nr. 104).cite-ref-gesetz-nr-104-71-1[71]
AnknĂźpfend an die Mitgliedschaft in der NSDAP gehĂśrte zu den Hauptschuldigen, âwer sich in einer fĂźhrenden Stellung der NSDAP, einer ihrer Gliederungen oder eines angeschlossenen Verbandes oder einer anderen nationalsozialistischen oder militaristischen Organisation betätigt hatteâ (Art. 5 Nr. 4 Gesetz Nr. 104). Nach der Anlage zum Gesetz Nr. 104, beruhend auf den Richtlinien Nr. 24 des Kontrollrats, war dafĂźr zumindest der Posten eines Amtsleiters bei der Kreisleitung erforderlich oder der Rang eines politischen Einsatzleiters. Darunter fielen auch alle Mitglieder der Ausbildungsstäbe der Ordensburgen, Schulungsburgen, Adolf-Hitler-Schulen und Nationalpolitischen Erziehungsanstalten sowie alle Mitglieder (bis zum 30. Januar 1933) der Reichstagsfraktion der NSDAP. Allgemein musste es sich um herausgehobene Posten mit der Befugnis zu leitenden Anordnungen handeln, z. B. Leiter eines groĂen staatlichen Betriebes oder Abteilungsleiter in einer BehĂśrde.cite-ref-gesetz-nr-104-71-2[71]
NutznieĂer war insbesondere, soweit er nicht Hauptschuldiger war, âwer nur auf Grund seiner ZugehĂśrigkeit zur NSDAP in ein Amt oder eine Stellung berufen oder bevorzugt befĂśrdert wurdeâ, d. h. die fĂźr das Amt oder die Stellung erforderliche fachliche Qualifikation nicht besaĂ, sowie âwer als Anhänger des Nationalsozialismus durch AusnĂźtzung persĂśnlicher oder politischer Beziehungen oder durch Eintritt in die NSDAP es erreichte, sich dem Wehrdienst oder dem Frontdienst zu entziehenâ (Art. 9 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 6 Gesetz Nr. 104).
Mitläufer war, âwer nicht mehr als nominell am Nationalsozialismus teilgenommen oder ihn nur unwesentlich unterstĂźtzt und sich auch nicht als Militarist erwiesen hatâ, insbesondere âMitglieder der NSDAP oder einer ihrer Gliederungen, ausgenommen HJ und BDM, die lediglich Mitgliedsbeiträge bezahlt, an Versammlungen, deren Besuch Zwang war, teilgenommen oder unbedeutende oder rein geschäftsmäĂige Obliegenheiten wahrgenommen hatten, wie sie allen Mitgliedern vorgeschrieben waren,â auĂerdem âAnwärter der NSDAP, die nicht endgĂźltig als Mitglied aufgenommen worden warenâ (Art. 12 Abs. 2 Gesetz Nr. 104). Im Spruchkammerverfahren sollte stets geprĂźft und begrĂźndet werden, ob die betreffende Person wegen ihres Verhaltens und nach ihrer PersĂśnlichkeit sich erst bewähren soll.cite-ref-gesetz-nr-104-71-3[71]
Entlastet war, âwer trotz seiner formellen Mitgliedschaft oder Anwartschaft oder eines anderen äuĂeren Umstandes, sich nicht nur passiv verhalten, sondern nach dem MaĂ seiner Kräfte aktiv Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft geleistet und dadurch Nachteile erlitten hatteâ (Art. 13 Gesetz Nr. 104). âFormellâ war eine Mitgliedschaft in der NSDAP ohne innere Ăberzeugung von der Ideologie des Nationalsozialismus.cite-ref-gesetz-nr-104-71-4[71] FĂźr einen âaktiven Widerstandâ und einen âdadurch erlittenen Nachteilâ war eine bloĂ antifaschistische Gesinnung oder MeinungsäuĂerung nicht ausreichend. Erforderlich war vielmehr die aktive Beteiligung in einer Widerstandsgruppe gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft oder SabotagemaĂnahmen von erheblicher Bedeutung, die etwa eine Verhaftung oder andere Konsequenzen von erheblichem Gewicht fĂźr das weitere persĂśnliche Geschick nach sich zogen.cite-ref-gesetz-nr-104-71-5[71]
Siehe auch
Literatur
⢠Christine Arbogast: Herrschaftsinstanzen der wĂźrttembergischen NSDAP. Funktion, Sozialprofil und Lebenswege einer regionalen NS-Elite 1920â1960 (= Nationalsozialismus und Nachkriegszeit in SĂźdwestdeutschland. Band 7). Oldenbourg, MĂźnchen 1998, ISBN 3-486-56316-5 (Diss. Univ. TĂźbingen 1996/1997, DNB 951148168, 295 Seiten; 23 cm).
⢠Wolfgang Benz (Hrsg.): Wie wurde man Parteigenosse? Die NSDAP und ihre Mitglieder (= Die Zeit des Nationalsozialismus. Band 18068). Fischer, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-596-18068-4.
⢠Wilfried BĂśhnke: Die NSDAP im Ruhrgebiet. 1920â1933 (= Schriftenreihe des Forschungsinstituts der Friedrich-Ebert-Stiftung. Band 106). Verlag Neue Gesellschaft, Bonn-Bad Godesberg 1974, ISBN 3-87831-166-4 (Diss. Univ. Marburg, Philosophische Fakultät, 1970, 239 Seiten; 24 cm).
⢠Thomas Childers: The Nazi Voter. The Social Foundations of Fascism in Germany, 1919â1933. University of North Carolina Press, Chapel Hill NC 1983, ISBN 0-8078-4147-1.
⢠Peter Diehl-Thiele: Partei und Staat im Dritten Reich. Untersuchung zum Verhältnis von NSDAP und allgemeiner innerer Staatsverwaltung 1933â1945 (= MĂźnchener Studien zur Politik. Band 9). Beck, MĂźnchen 1969, DNB 456453326 (Diss. Univ. MĂźnchen 1969, XIV, 269 Seiten, 8).
⢠Jßrgen W. Falter: Hitlers Wähler. Beck, Mßnchen 1991, ISBN 3-406-35232-4.
⢠JĂźrgen W. Falter (Hrsg.): Junge Kämpfer, alte Opportunisten. Die Mitglieder der NSDAP 1919â1945 . Campus, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-593-50614-2.
⢠JĂźrgen W. Falter: Hitlers Parteigenossen. Die Mitglieder der NSDAP 1919â1945. Campus, Frankfurt am Main 2020, ISBN 978-3-593-51180-1.
⢠Johnpeter Horst Grill: The Nazi-Movement in Baden, 1920â1945. University of North Carolina Press, Chapel Hill NC 1983, ISBN 0-8078-1472-5.
⢠Wolfgang Horn: Der Marsch zur Machtergreifung. Die NSDAP bis 1933 (= Athenäum-Droste-Taschenbßcher 7234 Geschichte). Unveränderter Nachdruck des erstmals 1972 erschienenen Werkes. Athenäum-Verlag u. a., KÜnigstein/Ts. [u. a.] 1980, ISBN 3-7610-7234-1.
⢠Peter Hßttenberger: Die Gauleiter. Studie zum Wandel des Machtgefßges in der NSDAP (= Schriftenreihe der Vierteljahrshefte fßr Zeitgeschichte. Nr. 19, ISSN 0506-9408). DVA, Stuttgart 1969 (Diss. Univ. Bonn, 1966).
⢠Michael H. Kater: The Nazi Party. A Social Profile of Members and Leaders, 1919â1945. Blackwell, Oxford 1983, ISBN 0-631-13313-5.
⢠Sven Felix Kellerhoff: Die NSDAP. Eine Partei und ihre Mitglieder. Klett-Cotta, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-608-98103-2.
⢠Udo Kissenkoetter: Gregor StraĂer und die NSDAP (= Schriftenreihe der Vierteljahrshefte fĂźr Zeitgeschichte. Bd. 37). Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1978, ISBN 3-421-01881-2 (Zugleich: DĂźsseldorf, Univ., Diss., 1975).
⢠Joachim Lilla: Die stellvertretenden Gauleiter und die Vertretung der Gauleiter der NSDAP im âDritten Reichâ (= Materialien aus dem Bundesarchiv. H. 13). Wirtschaftsverlag NW, Bremerhaven 2003, ISBN 3-86509-020-6.
⢠Peter Longerich: Hitlers Stellvertreter. Fßhrung der Partei und Kontrolle des Staatsapparates durch den Stab Heà und die Partei-Kanzlei Bormann. Saur, Mßnchen [u. a.] 1992, ISBN 3-598-11081-2.
⢠Werner Maser: Der Sturm auf die Republik. Frßhgeschichte der NSDAP (= Ullstein-Buch. Nr. 34041 Ullstein-Sachbuch). Ungekßrzte Ausgabe. Ullstein, Frankfurt am Main [u. a.] 1981, ISBN 3-548-34041-5.
⢠Horst Matzerath, Henry A. Turner: Die Selbstfinanzierung der NSDAP 1930â1932. In: Geschichte und Gesellschaft. Bd. 3, 1977, S. 59â92, (Digitalisat gegen kostenintensive Mitgliedschaft bei jstor.org).
⢠Donald M. McKale: The Nazi Party Courts. Hitlerâs Management of Conflict in his Movement, 1921â1945. University Press of Kansas, Lawrence [u. a.] 1974, ISBN 0-7006-0122-8.
⢠Daniel Meis: Die NSDAP und ihr linker FlĂźgel. In: Daniel Meis (Hrsg.): Nationaler Sozialismus in der Weimarer Republik. Parteien, Ideen, Protagonisten. transcript, Bielefeld 2025 (Histoire, Band 225), S. 75â89.
⢠Jeremy Noakes: The Nazi Party in Lower Saxony. 1921â1933. Oxford University Press, London [u. a.] 1971.
⢠Armin Nolzen: Die NSDAP, der Krieg und die deutsche Gesellschaft. In: Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 9: JĂśrg Echternkamp (Hrsg.): Die deutsche Kriegsgesellschaft. 1939 bis 1945. Halbband 1: Politisierung, Vernichtung, Ăberleben. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart [u. a.] 2004, ISBN 3-421-06236-6, S. 99â193.
⢠Armin Nolzen: Funktionäre in einer faschistischen Partei. Die Kreisleiter der NSDAP, 1932/33 bis 1944/45. In: Till KĂśssler, Helke Stadtland (Hrsg.): Vom Funktionieren der Funktionäre. Politische Interessenvertretung und gesellschaftliche Integration in Deutschland nach 1933 (= VerĂśffentlichungen des Instituts fĂźr Soziale Bewegungen. Schriftenreihe A: Darstellungen. Bd. 30). Klartext-Verlag, Essen 2004, ISBN 3-89861-266-X, S. 37â75.
⢠Armin Nolzen: Charismatic Legitimation and Bureaucratic Rule: The NSDAP in the Third Reich, 1933â1945. In: German History. Bd. 23, Nr. 4, 2005, S. 494â518, doi:10.1093/0266355405gh355oa (zurzeit nicht erreichbar).
⢠Dietrich Orlow: The History of the Nazi Party. 2 Bände (Bd. 1: 1919â1933. Bd. 2: 1933â1945). University of Pittsburgh Press, Pittsburgh PA 1969â1973, ISBN 0-8229-3183-4 (Bd. 1), ISBN 0-8229-3253-9 (Bd. 2).
⢠Kurt Pätzold, Manfred WeiĂbecker: Geschichte der NSDAP. 1920â1945. Sonderausgabe. PapyRossa-Verlag, KĂśln 2002, ISBN 3-89438-260-0.
⢠Michael Rademacher: Handbuch der NSDAP-Gaue, 1928â1945. Die Amtsträger der NSDAP und ihrer Organisationen auf Gau- und Kreisebene in Deutschland und Ăsterreich sowie in den Reichsgauen Danzig-WestpreuĂen, Sudetenland und Wartheland. M. Rademacher u a., Vechta [u. a.] 2000, ISBN 3-8311-0216-3.
⢠Carl-Wilhelm Reibel: Das Fundament der Diktatur. Die NSDAP-Ortsgruppen 1932â1945. SchĂśningh, Paderborn [u. a.] 2002, ISBN 3-506-77528-6 (Diss. Univ. Frankfurt am Main 2000).
⢠Mathias RĂśsch: Die MĂźnchner NSDAP 1925â1933. Eine Untersuchung zur inneren Struktur der NSDAP in der Weimarer Republik (= Studien zur Zeitgeschichte. Bd. 63). Oldenbourg, MĂźnchen 2002, ISBN 3-486-56670-9 (Zugleich: MĂźnchen, Univ., Diss., 1998) (Volltext digital verfĂźgbar).
⢠Detlef Schmiechen-Ackermann: Der âBlockwartâ. Die unteren Parteifunktionäre im nationalsozialistischen Terror- und Ăberwachungsapparat. In: Vierteljahrshefte fĂźr Zeitgeschichte. Bd. 48, H. 4, 2000, S. 575â602, Digitalisat (PDF; 8,1 MB).
⢠Albrecht Tyrell (Hrsg.): FĂźhrer befiehl ⌠Selbstzeugnisse aus der âKampfzeitâ der NSDAP. Dokumentation und Analyse. Droste, DĂźsseldorf 1969 (Lizenzausgabe. Gondrom, Bindlach 1991, ISBN 3-8112-0694-X).
⢠Albrecht Tyrell: Vom Trommler zum Fßhrer. Der Wandel von Hitlers Selbstverständnis zwischen 1919 und 1924 und die Entwicklung der NSDAP. Fink, Mßnchen 1975, DNB 750241225 (Diss. Univ. Bonn, Philosophische Fakultät, 1975, 296 Seiten; 23 cm Digitalisat von der University of Michigan zum 15. November 2006).
Weblinks
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: Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei
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⢠LeMO: Die NSDAP von 1920 bis 1933
⢠LeMO: Die NSDAP von 1933 bis 1945
⢠Zukunft braucht Erinnerung: Artikel ßber die NSDAP
⢠Dokumentarchiv: das 25-Punkte-Programm der NSDAP
⢠Ăbersichtskarten zum Stimmenanteil der NSDAP bei den Reichstagswahlen in den einzelnen Wahlkreisen während der Weimarer Republik
⢠Michael Mayer: NSDAP und Antisemitismus 1919â1933, Ludwig-Maximilians-Universität MĂźnchen (2002, PDF; 414 kB)
⢠Bundesarchiv: PG â Zum Mitgliedschaftswesen der NSDAP
⢠digitalcollections.hoover.org: Theodore Fred Abel papers (Ăber 600 Texte aus den 1930er Jahren von NSDAP-Mitgliedern Ăźber ihre Lebensgeschichten, gesammelt vom amerikanischen Soziologen Theodore Abel)
⢠Literatur von und ßber Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
cite-note-11. â John Toland: Adolf Hitler, Band 1. LĂźbbe, Bergisch Gladbach 1977, ISBN 3-404-61063-6, S. 139.
cite-note-22. â Uta Jungcurt: Alldeutscher Extremismus in der Weimarer Republik. Denken und Handeln einer einflussreichen Minderheit. De Gruyter, Berlin/Boston 2016, S. 150.
cite-note-33. â Gerhard Jagschitz: Die Nationalsozialistische Partei. In: Emmerich TĂĄlos, Herbert Dachs u. a. (Hrsg.): Handbuch des politischen Systems Ăsterreichs. Erste Republik 1918â1933. Manz, Wien 1995, S. 231â244.
cite-note-44. â Bernd Beutl: Zäsuren und Strukturen des Nationalsozialismus in der Ersten Republik. In: Wolfgang Duchkowitsch (Hrsg.): Die Ăśsterreichische NS-Presse 1918â1933. Literas, Wien 2001, S. 20â47, hier S. 27.
cite-note-55. â Christian Hartmann (Hrsg.): Adolf Hitler: Reden, Schriften, Anordnungen. Bd. 5., Von der Reichspräsidentenwahl bis zur Machtergreifung April 1932âJanuar 1993. Teil 2., Oktober 1932âJanuar 1933. Saur, MĂźnchen 1998, S. 285, Fn. 6.
cite-note-66. â Wolfgang Benz: Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP). In: derselbe, Hermann WeiĂ und Hermann Graml (Hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus. Klett-Cotta, Stuttgart 1997, S. 602.
cite-note-77. â Auch zum Folgenden: Albrecht Tyrell (Hrsg.): FĂźhrer befiehl⌠Selbstzeugnisse aus der âKampfzeitâ der NSDAP. Gondrom Verlag, Bindlach 1991, S. 68â72.
cite-note-88. â Schreiben Hitlers an Albert Stier vom 23. Juni 1924. In: Albrecht Tyrell (Hrsg.): FĂźhrer befiehl⌠Selbstzeugnisse aus der âKampfzeitâ der NSDAP. Gondrom Verlag, Bindlach 1991, S. 78.
cite-note-99. â Jakob Wetzel: Braune Besetzung der Gartenstadt, SĂźddeutsche Zeitung, 29. April 2015, abgerufen am 30. September 2020.
cite-note-1010. â Siehe Titelblatt der Erstausgabe im Historischen Lexikon Bayerns
cite-note-1111. â Wolfgang Wippermann: Mein Kampf. In: Wolfgang Benz, Hermann WeiĂ und Hermann Graml (Hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus. Klett-Cotta, Stuttgart 1997, S. 580 f.; Barbara Zehnpfennig: Adolf Hitler: âMein Kampfâ. Weltanschauung und Programm â Studienkommentar. Wilhelm Fink Verlag, MĂźnchen 2011, S. 45â56 u. Ăś.
cite-note-1212. â Gerhard Jagschitz: Zur Struktur der NSDAP in Ăsterreich vor dem Juliputsch 1934. In: Ludwig Jedlicka, Rudolf Neck: Das Jahr 1934: 25. Juli. Protokoll des Symposiums in Wien am 8. Oktober 1974. Wien 1975, S. 9â20, hier S. 9.
cite-note-1313. â John T. Lauridsen: Nazism and the Radical Right in Austria, 1918â1934. The Royal Library/Tuscalunum Press, Kopenhagen 2007, S. 313.
cite-note-1414. â Bernd Beutl: Zäsuren und Strukturen des Nationalsozialismus in der Ersten Republik. In: Wolfgang Duchkowitsch: Die Ăśsterreichische NS-Presse 1918â1933. Literas, Wien 2001, S. 20â47, hier S. 34.
cite-note-1616. â Philipp Heyde: Das Ende der Reparationen. Deutschland, Frankreich und der Youngplan 1929â1932, SchĂśningh, Paderborn 1998, S. 91, 109 f. u. Ăś.
cite-note-1717. â Gerhard Paul: Aufstand der Bilder. Die NS-Propaganda vor 1933, J.H.W. Dietz Nachf., Bonn 1990, S. 90â94.
cite-note-1818. â Oded Heilbronner: Where Did Nazi Anti-Semitism Disappear to? Anti-Semitic Propaganda and Ideology of the Nazi Party, 1929â1933. A Historiographic Study, Yad Vashem Studies, 21 (1991), S. 263â286.
cite-note-1919. â Andreas Wirsching: Vom Weltkrieg zum BĂźrgerkrieg? Politischer Extremismus in Deutschland und Frankreich 1918â1933/39. Berlin und Paris im Vergleich, Oldenbourg, MĂźnchen 1999, S. 463.
cite-note-2121. â Justus Bender: Wie ein NSDAP-Verbot Hitler hätte stoppen kĂśnnen. In: FAZ. 24. März 2025, abgerufen am 4. Mai 2025.
cite-note-2222. â Robert M. W. Kempner: Der verpaĂte Nazi-Stopp: die NSDAP als staats- und republikfeindliche, hochverräterische Verbindung; preuĂische Denkschrift von 1930 (= Ullstein-BĂźcher Ullstein-Sachbuch). Orig.-Ausg Auflage. Ullstein Sachbuch, Frankfurt/M. Berlin Wien 1983, ISBN 978-3-548-34159-0.
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cite-note-2424. â Daniela MĂźnkel: Nationalsozialistische Agrarpolitik und Bauernalltag, Campus Verlag, MĂźnchen 1996, S. 86â84.
cite-note-2525. â Albrecht Tyrell: FĂźhrer befiehl ⌠Selbstzeugnisse aus der âKampfzeitâ der NSDAP, Droste Verlag, DĂźsseldorf 1969, S. 271 ff.; die Zitate aus Hitlers Vorwort zur Dienstvorschrift fĂźr die PO. der NSDAP vom 15. Juli 1932, ebd., S. 304.
cite-note-2626. â JĂźrgen W. Falter: Hitlers Wähler, C.H. Beck, MĂźnchen 1991, S. 365â374, Zitat S. 372.
cite-note-2727. â JĂźrgen W. Falter: Hitlers Wähler. C.H. Beck, MĂźnchen 1991, S. 37.
cite-note-2828. â Wolfram Pyta und Rainer Orth: Nicht alternativlos. Wie ein Reichskanzler Hitler hätte verhindert werden kĂśnnen. In: Historische Zeitschrift 312, Heft 2 (2021), S. 400â444, hier S. 431.
cite-note-301. Peter Longerich: Stichwort 30. Januar 1933, Heyne Verlag, MĂźnchen 1992. S. 64â65.
cite-note-3131. â Paul Windolf, Christian Marx: Die braune Wirtschaftselite. Unternehmer und Manager in der NSDAP. Campus, Frankfurt am Main 2022, ISBN 978-3-593-51559-5.
cite-note-3232. â Henry Ashby Turner: Die GroĂunternehmer und der Aufstieg Hitlers. Siedler, Berlin 1985, ISBN 978-3-88680-143-5.
cite-note-3333. â Wolfgang Meixner: 11.000 ausgebĂźrgerte illegale Nazis aus Ăsterreich zwischen 1933 und 1938. In: Bericht Ăźber den 24. Ăsterreichischen Historikertag in Innsbruck. Verband Ăsterreichischer Geschichtsvereine, Innsbruck 2006, S. 601â607.
cite-note-3434. â Wolfgang Neugebauer, Helmut Wohnout u. a.: Opfer des Terrors der NS-Bewegung in Ăsterreich 1933â1938. In: Dokumentationsarchiv des Ăśsterreichischen Widerstandes (DĂW). 2002. Auf DOeW.at, abgerufen am 18. Dezember 2022.
cite-note-3535. â Heinz HĂśhne: âGebt mir vier Jahre Zeitâ. Hitler und die Anfänge des Dritten Reichs. Ullstein, Berlin 1996, S. 131 f.
cite-note-3636. â Wolfgang Benz: Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP). In: derselbe, Hermann Graml und Hermann WeiĂ (Hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus. Klett-Cotta, Stuttgart 1997, S. 603.
cite-note-3737. â Henning KĂśhler: Deutschland auf dem Weg zu sich selbst. Eine Jahrhundertgeschichte. Hohenheim-Verlag, Stuttgart 2002, S. 290 f.
cite-note-3838. â Parteistatistik der NSDAP. Stand: 1. Januar 1935 (ohne Saarland), hrsg. vom Reichsorganisationsleiter der NSDAP. 4 Bände, MĂźnchen 1935â1939, hier: Bd. II, S. 290 und 295.
cite-note-3939. â Conrad F. Latour, Thilo Vogelsang: Okkupation und Wiederaufbau. Die Tätigkeit der Militärregierung in der amerikanischen Besatzungszone Deutschlands 1944â1947 (= Studien zur Zeitgeschichte, Bd. 5). DVA, Stuttgart 1973, S. 42.
cite-note-4040. â Christoph Degenhart: Staatsrecht I. Staatsorganisationsrecht. 37. Aufl., C. F. MĂźller, Heidelberg 2021, RN 175.
cite-note-4242. â Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom 10. Oktober 1945. In: Amtsblatt des Kontrollrats in Deutschland, Nummer 1 vom 29. Oktober 1945, S. 19 ff., Digitalisat der Deutschen Nationalbibliothek: urn:nbn:de:101:1-201301314955.
cite-note-4343. â Die Urteile, Memorium NĂźrnberger Prozesse, aufgerufen am 2. Juli 2023.
cite-note-4444. â BVerfGE 2, 1: âDie Bundesregierung hat beim Bundesverfassungsgericht am 19. November 1951 den im BeschluĂ vom 4. Mai 1951 angekĂźndigten Antrag gestellt. Sie behauptet, die innere Ordnung der SRP entspreche nicht demokratischen Grundsätzen, beruhe vielmehr auf dem FĂźhrerprinzip. Die SRP sei eine Nachfolgeorganisation der NSDAP; sie verfolge die gleichen oder doch ähnliche Ziele und gehe darauf aus, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beseitigen.â
cite-note-4545. â BVerfGE 2, 1
cite-note-4646. â Wolfgang Benz: Nationalsozialismus. In: derselbe (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Band 3: Begriffe, Ideologien, Theorien. De Gruyter Saur, Berlin/MĂźnchen/Boston 2008, ISBN 978-3-598-24074-4, S. 229 (abgerufen Ăźber De Gruyter Online).
cite-note-4747. â Bibliographisches Institut Leipzig: Schlag nach! Wissenswerte Tatsachen aus allen Gebieten. 1. Auflage, Leipzig 1938.
cite-note-4848. â Michael GrĂźttner: Das Dritte Reich. 1933â1939 (= Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte, Band 19), Stuttgart 2014, S. 101.
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cite-note-5353. â JĂźrgen W. Falter (Hrsg.): Junge Kämpfer, alte Opportunisten. Die Mitglieder der NSDAP 1919â1945. Campus, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-593-50614-2, S. 175.
cite-note-5454. â Benutzung und Auskunft aus der digitalisierten NSDAP-Mitgliederkartei. Bundesarchiv, abgerufen am 22. Oktober 2023.
cite-note-553. Uniformen des GroĂdeutschen Reiches, Verlag Moritz Ruhl, 1943, S. 72.
cite-note-5656. â Bundesarchiv: Zum NSDAP-Aufnahmeverfahren (Memento vom 18. Mai 2015 im Internet Archive)
cite-note-5757. â Anordnung 1/44 des Reichsschatzmeisters im Faksimile beim Bundesarchiv unter: Zum NSDAP-Aufnahmeverfahren (Memento vom 18. Mai 2015 im Internet Archive)
cite-note-5858. â Schreiben des Aufnahmeamtes vom 18. August 1944 an den Gauschatzmeister DĂźsseldorf im Faksimile beim Bundesarchiv unter: Zum NSDAP-Aufnahmeverfahren (Memento vom 18. Mai 2015 im Internet Archive)
cite-note-6060. â SĂźdkurier Nr. 150 vom 3. Juli 2007, S. 11.
cite-note-6161. â Malte Herwig: Hoffnungslos dazwischen. In: Der Spiegel. Nr. 29, 2007 (online â 16. Juli 2007).
cite-note-6262. â Das doofe Dur der Angepassten (Memento vom 21. Februar 2014 im Internet Archive), in: Die Weltwoche, 11. Februar 2009.
cite-note-6363. â Michael Buddrus: War es mĂśglich, ohne eigenes Zutun Mitglied der NSDAP zu werden? Gutachten des Instituts fĂźr Zeitgeschichte MĂźnchen-Berlin fĂźr das Internationale Germanistenlexikon 1800â1950. Ebenfalls abgedruckt in Geschichte der Germanistik 23/24, 2003, S. 21â26 (online).
cite-note-6464. â Walser, Lenz und Hildebrandt. Unwissentlich in der NSDAP. SĂźddeutsche Zeitung vom 30. Juni 2007.
cite-note-6565. â Malte Herwig: Verraten und verschenkt? Der Umgang mit der NS-Vergangenheit von KĂźnstlern in Deutschland (Memento vom 18. Mai 2015 im Internet Archive), in: Weltwoche, 25. Februar 2009.
cite-note-6666. â Wehrgesetz. Vom 21. Mai 1935. documentArchiv, abgerufen am 16. Oktober 2024.
cite-note-6767. â Erstes Gesetz zur Ănderung und Ergänzung des Wehrgesetzes vom 24. September 1944, RGBl. S. 317
cite-note-6868. â § 26 des Wehrgesetzes in der Fassung des Gesetzes vom 24. September 1944.
cite-note-6969. â Frank Staudenmayer: NS-Dokuzentrum â Ăber NĂźrnbergs Nazi-Vergangenheit (Memento vom 16. September 2011 im Internet Archive) Vgl. auch zeitgenĂśssisch: EdelweiĂpiraten Ăźber NS-FĂźhrer u. a. (Memento vom 23. Oktober 2007 im Internet Archive); Bernhard Gotto: Nationalsozialistische Kommunalpolitik, S. 120 ff. Bundesarchiv: PG â Zum Mitgliedschaftswesen der NSDAP (Memento vom 8. Januar 2014 im Internet Archive)
cite-note-7070. â Beate Meyer: âGoldfasaneâ und âNazissenâ. Die NSDAP im ehemals ârotenâ Stadtteil Hamburg-EimsbĂźttel. Hrsg. von der Galerie Morgenland, Hamburg 2002.
cite-note-gesetz-nr-104-7171. â Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus vom 5. März 1946, mit AusfĂźhrungsvorschriften, Formblättern, der Anweisung fĂźr die Auswerter der Meldebogen und der Rangliste in mehrfarbiger Wiedergabe The History Collection, University of WisconsinâMadison, abgerufen am 24. November 2024.